| Wesermarathon 2011 |
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| Touren-/Seekajak - Berichte | ||||
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135 km auf der Weser an einem Tag? Warum nicht ... nach unserem konsequenten Wintertraining sollte das doch machbar sein. Also auf zum Wesermarathon 2011! Um 6 Uhr in der Frühe ging´s ganz offiziell los. Die Fuldaschleuse in Hann. Münden öffnete ihre Tore und es fand sich noch Platz für unsere langen Seekajaks. Während der Schleusung hatten wir genug Zeit, nochmals alle Bananen, Müsliriegel und Trinkflaschen zu sortieren. An der Verpflegung würden wir jedenfalls nicht scheitern. Um uns herum lauter vergnügte, erwartungsvolle, aber auch zweifelnde Blicke. Alle schienen mit ihren eigenen Gedanken an die bevorstehende Tour beschäftigt zu sein. ![]() Nur wenige Paddelschläge hinter der Schleuse traf die Fulda mit der Werra zusammen und bildete dort den offiziellen Weserursprung. Der dortige Pegelturm verhieß aber nichts Gutes: 1,20 Meter bedeuteten extremes Niedrigwasser. Schon bei der Anmeldung am Vortag erklärte man uns, dass es in der Geschichte des Wesermarathons wohl noch nie so wenig Wasser gegeben hätte. Okay, das wird hart bis Hameln (Strecke: 135 km). Tatsächlich war die Strömung sehr gemächlich, für einen Stundenschnitt von 10 km musste man schon ordentlich arbeiten. Trotzdem genossen wir die morgendliche Stimmung auf dem landschaftlich sehr reizvollen Fluss. Keine Industrie säumte den Fluss, nur Dörfer und kleine Städte kamen gelegentlich in Sicht. Auch sonst zeigte sich das Weserbergland von seiner schönsten Seite, und das Wetter war zumindest am Vormittag noch absolut perfekt. Sogar der Wind machte mit und schob überwiegend von hinten. ![]() Von den angeblich 1300 Teilnehmern sahen wir nicht allzu viel. Die wenigsten hielten sich an die offizielle Startzeit (trotz der Bezeichnung "Wesermarathon" war es kein Wettkampf, sondern eine reine Wanderfahrt), und so verteilten sich die Teilnehmer auf dem großen Fluss und der langen Strecke. Übrigens waren auch viele Ruder- und Drachenboote mit auf dem Wasser, den Großteil der Teilnehmer stellten aber die Paddler. Alles war vertreten vom schnellen Rennkajak über schnittige Seekajaks, gemütliche Tourenzweier und Familiencanadier bis hin zum großen Mannschaftsboot. Erst beim Pausieren wurde uns die Dimension der Veranstaltung klar: Die lange Schlange der Wassersportler zog kontinuierlich an uns vorbei und nahm kein Ende. Gegen Mittag wurde es unangenehm heiß. Keine Wolke war zu sehen am strahlend blauen Himmel, und auch gegen eine kleine Gegenwindbrise hätten wir nichts einzuwenden gehabt. Spätestens jetzt stand für uns fest, dass wir nicht bis Hameln paddeln würden - es gab ja noch das "Silberziel" in Holzminden nach 80 km (die "Bronzestrecke" endet in Beverungen nach 52 km, Gold gibt´s für die 135 km bis Hameln). Schon in Beverungen hatten etliche Teilnehmer die Tour beendet, nur wenige paddelten von Holzminden weiter bis Hameln. In Holzminden herrschte Volksfeststimmung. Das Ufer war weithin belegt mit Booten und parkenden Autos (allesamt mit Dachträger). Zahlreiche Verpflegungsstände ließen keine Wünsche offen. Unser Auto hatten wir schon am Vortag in weiser Voraussicht in Holzminden abgestellt (für den Shuttleservice sorgte der Veranstalter mit zwei Reisebussen). Also konnten wir ganz entspannt den Tag ausklingen lassen. ![]() Zeit genug also für ein sehr positives Resumé unserer Weser-Erkundung. Auf dem Zeltplatz des Mündener Kanuclubs fühlten wir uns pudelwohl: ![]() Hann. Münden ist eine wunderschöne Stadt mit unzähligen Fachwerkhäusern, und am Wesermarathonwochenende traf man dort an jeder Ecke etliche Paddler (erkennbar am wasserdichten Beutel in der Hand, am DKV-Wimpel auf dem Fleecepulli oder einfach an den typischen Outdoor-Klamotten). Den Samstag hatten wir übrigens im benachbarten Kassel verbracht: Dort fanden die Deutschen Meisterschaften im Kanumarathon statt. Welch ein Kontrast zum Wesermarathon: Ausschließlich Regattaboote waren auf dem Wasser, die Teilnehmer ausgestattet mit Trinksystem und GPS. Ein Rundkurs auf der Fulda musste mehrfach bewältigt werden, und in jeder Runde gab´s eine "Portage" von etwa 200 Metern: Raus aus dem Boot, Boot auf die Schulter, 200 Meter im Laufschritt, dann wieder möglichst schnell rein ins Boot und weiterpaddeln. Manche beherrschten das Ein- und Aussteigen regelrecht akrobatisch, viele gingen aber auch in der Eile baden. Welch ein Schauspiel! ![]() Wer weiß, vielleicht sind wir irgendwann auch mal dabei. Diese "High End"-Variante des Kanumarathons ist für uns im Moment noch eine Nummer zu groß, aber man lernt ja nie aus! Wenn ihr uns also demnächst mit geschultertem Boot an der Donau entlang joggen seht, wisst ihr den Grund ... ![]() Kerstin Rümke
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